Deutsch

Jazzclub UNTERFAHRT
Einsteinstraße 42
81675 München
Club: +49 (0)89 448 27 94

Öffnungszeiten Mo. bis So.: 19.30 bis 1.00 Uhr
Konzertbeginn: 21.00 Uhr
U-Bahn Max-Weber-Platz (U4/U5)

Feb 2013 | April 2013

Programm März 2013

01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 |
Monatsprogramm | Heutiges Konzert

Di. 19.03. 21 Uhr

Steve Lehman Trio

Steve Lehman (as), Matt Brewer (b), Damion Reid (dr)

In der New Yorker Musikerszene ist der 32 Jahre alte Lehman einer der Musiker der Stunde; ein Vertreter einer neuen Generation, die dem Jazz ein neues Leben beschert, in dem die erbitterten Debatten um die Wahrung der Tradition und die Reinheitsgebote des Jazz, die in den vergangenen Jahrzehnten die Außenwahrnehmung dieser Musik prägten, nicht mehr sind als eine verblassende Erinnerung. Junge Musiker wie die Gitarristin Mary Halvorson und der Schlagzeuger Tyshawn Sorey, Me’shell Ndegeocello oder Vijay Iyer und Rudresh Mahanthappa , deren Eltern noch in Indien aufgewachsen sind, entwickeln ihre musikalischen Sprachen vor einem viel breiteren Erfahrungshorizont, als dass sie sich in den überlieferten Formen des Jazz kasernieren ließen. Ganz selbstverständlich beherrschen sie ihr Bebop-Handwerkszeug wie die Generationen zuvor, aber sie sind mit Punk und Pop aufgewachsen, mit klassischer und Neuer komponierter Musik, sie hatten Zugang zur Welt der Computer und zu den verschiedenen ethnischen Musiken. Ihnen geht es um die persönliche Kombination von Klängen, die gegenwärtig sind und ihrem musikalischen Hintergrund angemessen. Und im Netzwerk dieser Musiker ist Lehman ein Knoten, in dem viele Schnüre zusammentreffen: geboren in Brooklyn, aufgewachsen in Hartford, gut 120 Meilen nördlich von New York, wo Lehman in Jackie McLean, einem der herausragenden Altsaxofonisten, seinen ersten Mentor fand. Nach der Schule besuchte Lehman die renommierte Wesleyan University, wo er sowohl in Komposition als auch in Französischer Literatur seinen Master machte. Entscheidend war jedoch die Begegnung mit Anthony Braxton , einem der bedeutendsten Komponisten und Konzeptualisten der Jazz-Avantgarde, mit dessen Verbindung von freier Improvisation und sehr ausgefeilten formalen Vorschriften. Mittlerweile hat Lehman eine vergleichbare Balance gefunden: Neben seinem Spiel in allen erdenklichen Formaten vom Solo mit Saxofon und Computer über das Duo und diverse Trios bis hin zu seinem festen Quintett, das gelegentlich zu einem Oktett anwächst, und neben seiner Kompositionstätigkeit hat er sich mit wissenschaftlichen Arbeiten zu Fragen der Improvisation und der Geschichte des Jazz ein zweites Standbein geschaffen, das ihn unabhängig macht vom kommerziellen Erfolg seiner Musik. An der Columbia University in New York, an der Lehman inzwischen an seiner Promotion arbeitet und Lehrveranstaltungen gibt, traf er schließlich auf den Komponisten Tristan Murail, in dessen auf der computergestützten Analyse der akustischen Eigen-schaften von Klängen beruhenden Spektralmusik er viele Überschneidungen zu der Arbeit beispielsweise von Jackie McLean sieht, der ebenfalls seinen Fokus auf Sound und Timbre legte. Forschung und Lehre, Akustik und Elektronik, Improvisation und Komposition – Lehman verschränkt all diese Ebenen und macht sie füreinander nutzbar. So wie die komplexen formalen Raster seiner Kompositionen seine Improvisation in neue Richtungen lenken, so legitimiert seine Forschungsarbeit über rassistische Stereotype in der französischen Rezeption des Avantgarde-Jazz die neue Freiheit, die er und die Musikerkollegen in seinem Umfeld sich herausnehmen, eingebunden in den Fortschrittsoptimismus, der die Jazzgeschichte vorantrieb. Ein Musiker, der nicht nur von Musik etwas versteht. (Stefan Hentz, Die Zeit)

Eintritt € 18,- / Mitglieder € 9,-

Website: http://www.stevelehman.com/

 

Seitenanfang